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Videospiele - damals und heute

Genau 40 Jahre ist es jetzt her, dass die erste Spielkonsole auf den Markt kam. Von den damaligen Spielen, die oft nicht mehr als ein paar Balken und Punkte auf dem Bildschirm anzeigten, bis zu den nahezu fotorealistischen Videospielen von heute war es ein weiter Weg: In keinem anderen Medium zeigt sich so eindrucksvoll, wie sehr sich die Technik in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Unser Artikel liefert einen kurzen Überblick über die Geschichte der Videospiele ― von ihren ersten Anfängen in den 1940er-Jahren bis heute.

Die Anfänge des Videospiels und die ersten Konsolen

Die Geschichte der Videospiele reicht bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück: 1947 wurde erstmals ein Patent für ein elektronisches Spiel angemeldet. Im Laufe des nächsten Vierteljahrhunderts entstanden Schach-, Nim- und Tic-Tac-Toe-Programme sowie ein erstes Weltraum-Ballerspiel ― doch es sollte noch bis 1972 dauern, bis die erste Spielkonsole erschien, die man an den heimischen Fernseher anschließen konnte. Die Konsolen der 70er-Jahre hatten ihre Spiele teilweise fest integriert, meistens wurde jedoch ein Modul eingesteckt, auf dem sich das jeweilige Spiel befand. Ebenfalls Anfang der 70er kamen die Arcade-Automaten auf, an denen Spiele nach Münzeinwurf gespielt werden können. Diese Automaten blieben bis Ende der 80er-Jahre äußerst populär ― in Japan führten sie zeitweise sogar zu einer Knappheit an 100-Yen-Münzen ― und sind auch heute noch zu finden. Auch die ersten Handheld-Konsolen und Heimcomputer kamen in den 70er-Jahren auf den Markt. Damit waren die Grundsteine für alle Arten von Geräten gelegt, auf denen auch heute noch gespielt wird.

Der erste Videospiel-Crash und die 80er-Jahre

1977 brachen die Verkaufszahlen von Videospielen erstmals ein, doch schon ein Jahr später schossen sie wieder in die Höhe, als die Spielkonsolen der zweiten Generation auf den Markt kamen. Die folgenden Jahre wurden später als das „Goldene Zeitalter“ der Arcade-Spiele bezeichnet, doch 1983 kam es zu einem erneuten Crash: Die Verkaufszahlen sanken so dramatisch, dass Atari einmal mehrere Millionen unverkaufte Spielmodule auf einer Müllkippe vergraben musste, und zahlreiche angekündigte Titel kamen nicht mehr auf den Markt. Ein Jahr vorher war der Commodore 64 erschienen ― ein für die damalige Zeit recht leistungsfähiger Computer, der sich ideal für Spiele eignete, und in den 1980ern griffen viele Kunden lieber zu solchen Heimcomputern als zu Spielkonsolen. Allgemein galten Videospiele damals noch als Freizeitbeschäftigung für männliche Jugendliche, doch mittlerweile erschienen mehr und mehr Spiele, die sich auch an ein weibliches Publikum richteten.

Die 90er-Jahre

Der Commodore 64 wurde über zehn Jahre lang verkauft. Als im Jahr 1994 die letzten Exemplare ausgeliefert wurden, kamen gerade die Sony Playstation und der Sega Saturn auf den Markt, die zur mittlerweile fünften Generation von Spielkonsolen gehörten, während der Heimcomputer langsam vom PC abgelöst wurde: Dieser hatte in den 80er-Jahren noch als reiner Bürorechner gegolten, doch verbesserte Hardware für Grafik und Sound machten ihn im Laufe der 1990er zu einer beliebten Spieleplattform. Gleichzeitig sorgte die wachsende Zahl von Internetanschlüssen dafür, dass Online-Spiele an Popularität gewannen. Spätestens Ende der 90er hatten sich alle Spielgenres, die man auch heute noch findet, am Markt etabliert.

Aktuelle Entwicklungen

PC-Technologie ist inzwischen in alle Bereiche des Alltags vorgedrungen: Neben PCs und Spielkonsolen sind es heute auch Geräte wie Smartphones und Tablet-PCs, die als Spielgeräte eingesetzt werden ― zahlreiche Spieleklassiker aus den 80er- und 90er-Jahren wurden auf solchen Geräten zu neuem Leben erweckt. Doch auch die klassischen Handheld-Konsolen werden noch weiterentwickelt. Mittlerweile können darauf 3D-Inhalte dargestellt werden, für die keine Brille benötigt wird. Nachdem Videospiele lange Zeit als Freizeitbeschäftigung für männliche Jugendliche galten, erscheinen inzwischen zahlreiche Spiele, die sich auch an ein weibliches Publikum richten.

Mittlerweile ist die siebte Generation von Spielkonsolen auf dem Markt, die sich teilweise über Gesten steuern lassen. Zusätzlich zu den klassischen Genres wie Action-, Rollen- oder Rennspielen werden auch vermehrt Partyspiele hergestellt. Manche davon werden mit Controllern ausgeliefert, die Musikinstrumenten nachempfunden sind; bei anderen muss gesungen oder getanzt werden. Das sogenannte „Exergaming“ verbindet Videospiele und Sport miteinander ― Untersuchungen haben gezeigt, dass solche Fitness-Spiele durchaus den Gang ins Sportstudio ersetzen können, und das Klischee vom übergewichtigen Spielefreak, der nie sein Zimmer verlässt, dürfte damit endgültig der Vergangenheit angehören.

Gleichzeitig sind die Welten der Online-Rollenspiele so riesig geworden, dass ein Spieler ganze Tage darin verbringen kann und trotzdem nur einen Bruchteil der Spielwelt zu sehen bekommt. In diesen Welten interagieren Spieler miteinander, indem sie gemeinsam Abenteuer bestehen, Handel treiben oder sich in Gilden zusammenschließen. Rollenspieler bleiben ihren Lieblingstiteln oft jahrelang treu.

Schon längst hat sich die Spieleentwicklung zu einer Blockbuster-Industrie entwickelt: Die Entwicklung eines Videospiels kostet heute oft mehr als die Produktion eines Spielfilms, und es ist nicht ungewöhnlich, dass bekannte Schauspieler einem Videospiel-Charakter ihre Stimme leihen. Spielemessen wie die Electronic Entertainment Expo, die gamescom oder die Tokyo Game Show ziehen heute Hunderttausende von Besuchern an ― Grund genug, dem Medium alles Gute für die nächsten 40 Jahre zu wünschen.